Vollversicherung oder PK - Sammelstiftung

Pensionskassen sind unterschiedlich organisiert. Zu unterscheiden sind die zwei Formen - Stiftung und Vollversicherung. Eine Vollversicherung wird von Lebensversicherern angeboten, meist in Form einer Sammeleinrichtung für Pensionskassengelder. Sammel- und Gemeinschaftsstiftungen müssen aber nicht zwingend zu einem Versicherungskonzern gehören, sondern können auch von einem eigenständigen Anbieter geführt werden. Diese sind als Stiftung zu betrachten und nicht als Vollversicherung. Um den unterschiedlichen Formen gerecht zu werden, wird oft von Vorsorgeeinrichtungen statt von Pensionskassen gesprochen.

Die Vorsorgeverwaltung durch eine Stiftung hat den Vorteil, dass diese meist kostengünstiger ist. Denn die Stiftung hat keine Aktionäre, an die sie eine Dividende ausschütten muss. Anbieter von Vollversicherungen sind hingegen neben dem Wohl der Versicherten auch dem Wohl der Aktionäre verpflichtet.

Andererseits gibt es bei einer Stiftung keine Garantie, dass diese niemals in eine Unterdeckung geraten kann. In diesem Fall kann der Arbeitgeber zur Finanzierung herangezogen werden. Das kann insbesondere für kleine Betriebe schnell sehr unangenehm und teuer werden. Dennoch gibt es Stiftungen, die seit über 50 Jahren existieren und dabei niemals in eine Unterdeckung geraten sind. Wer sich dieses Risikos bewusst ist und dies bei der Wahl der Pensionskasse bewusst eingehen will und kann, der ist bei einer Stiftung besser aufgehoben als bei einer Vollversicherung.

Wer absolut keine Risiken eingehen möchte und auch bereit ist, dafür einen Aufpreis in Form von höheren Prämien zu bezahlen, ist mit einer Vollversicherung richtig beraten. Gerade in turbulenten Zeiten möchte sich der Geschäftsführer eines KMU auf das operative Geschäft konzentrieren können und sich nicht mit einer allfälligen Unterdeckung der Pensionskasse beschäftigen müssen.

Viele Vollversicherungsanbieter umwerben KMU teilweise intensiv mit Ihren BVG-Lösungen. Das Hauptargument der Lebensversicherer ist die Übernahme sämtlicher Pensionskassenrisiken. Eine Unterdeckung ist nicht möglich, und Sanierungsbeiträge in Form von Nachzahlungen sind sowohl für den Arbeitgeber wie für die Arbeitnehmer ausgeschlossen.

Bevor sich ein Unternehmen für eine Vollversicherung entscheidet, sollte Transparenz eingefordert werden. Denn nach der so genannten „Rentenklau“-Debatte von 2002 wurden die Vorschriften für die Vollversicherungen verschärft. Der Abfluss der Gewinne aus diesem Geschäft zu den Aktionären wurde teilweise eingeschränkt und die Transparenzanforderungen für die Sammeleinrichtungen erhöht.

Ein wichtiger Punkt dabei sind die Verwaltungskosten, die seit 2005 getrennt ausgewiesen werden müssen. Informieren Sie sich darüber, wie sich diese Verwaltungskosten zusammensetzen. Sind die Kosten und Gebühren für die Vermögensverwaltung inklusive? Werden etwa Vertriebsentschädigungen an Fondsverteiber mitberechnet?

Heute ist bei den Lebensversicherern eine Mitsprache der Versicherten vorgeschrieben. Die Sammeleinrichtungen der Versicherungskonzerne müssen ebenfalls einen Stiftungsrat haben, der auf die Geschäftstätigkeit Einfluss nehmen kann.

Bei den Stiftungen, also den betrieblichen Pensionskassen, war von Beginn weg eine Mitbestimmung durch paritätisch zusammengesetzte Stiftungsräte vorgeschrieben. Das heisst, der Stiftungsrat setzt sich je zur Hälfte aus Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter zusammen.

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